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09-02-17
Hirntod-Diskussion – Fallstricke und Tücken der neuen Richtlinien zur Diagnostik des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls

Welche Fallstricke und Tücken nach den neuen Richtlinien bei der Diagnostik des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls im klinischen Alltag auftreten, ist ein wichtiges Tagungsthema bei der ANIM 2017, der Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin vom 16.–18. Februar 2017 in Wien, bei der 1.600 Experten Innovationen und aktuelle Erkenntnisse in der Neurologie, NeuroIntensivmedizin und Neurochirurgie diskutieren. Bei der 34. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), einer der bedeutendsten neurologisch-neurochirurgischen Tagungen im deutschsprachigen Raum, geht es in einem speziellen „Hirntod-Symposium“ um aktuelle Fragen transparenter Qualitätssicherung bei der Diagnostik des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls (IHA).


In Deutschland wird die Feststellung des IHA durch die 4. Fortschreibung der Richtlinie gemäß § 16 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 Transplantationsgesetz (TPG) geregelt. Entsprechend dieser Richtlinie ist die Beteiligung eines Neuro-Facharztes (Neurologie/ Neurochirurgie) mit entsprechender intensivmedizinischer Erfahrung vorgeschrieben. „Die Diagnose und prognostische Einschätzung schwerster Funktionsstörungen des Gehirns ist eine der Kernkompetenzen der NeuroIntensivmedizin und stärkt ihre Bedeutung“, betont Tagungspräsident Prof. Dr. Jörg R. Weber, Vorstand der Abteilung für Neurologie des Klinikums Klagenfurt. „Damit ist die Qualifikation der Untersucher stärker denn je in den Fokus gerückt.“
Beim Präsidentensymposium der ANIM 2017 wird u. a. Prof. Eelco Wijdicks (Rochester, Majo Clinic, USA) zur Rolle der Neuro-Intensivmediziner im Kontext von Hirntodfragestellungen sprechen. Als einer der profiliertesten NeuroIntensivmediziner mit maßgeblichem Schwerpunkt auf klinischen Aspekten verschiedener Bewusstseinsstörungen bis hin zum irreversiblen Hirnfunktionsausfall etablierte Prof. Wijdicks an seiner Klinik ein spezielles Simulationstraining für Intensivmediziner. „Das wird auch aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) als guter Ansatz gesehen, um diese komplexe klinische Situation in all ihren Facetten – insbesondere Fallstricke bezüglich Voraussetzung und klinischem Syndrom – nachzustellen und interdisziplinär zu „trainieren“. Etwas also zu üben, wofür es im „wahren Klinikalltag“ nur selten und meist zu ungelegenen Zeitpunkten die Möglichkeit gibt, den Spezialisten über die Schultern zu schauen“, betont Dr. Albrecht Günther, Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Jena.
Bei der ANIM 2017 werden interessante Diskussionen zur Bedeutung der aktualisierten Richtlinie für die Transplantationsmedizin erwartet. Es sei auf länderspezifische Unterschiede zu verweisen, die sich auch in der Anzahl der postmortalen Organspenden (pro Millionen Einwohner) widerspiegelt. Im Vergleich der Länder Österreich und Deutschland seien – abgesehen von einigen formalen Unterschieden im Ablauf der IHA-Diagnostik / Hirntoddiagnostik – sowohl die in Österreich etablierte Widerspruchsregelung als auch die postmortale Organspende nach Herz-Kreislauf-Stillstand maßgeblich. Prof. Weber weist auf eine der zentralen Aufgaben der Intensivmedizin hin, allen involvierten Mitarbeitern entsprechendes Wissen und die neuen Richtlinien zu vermitteln: „Dieses fachliche Wissen schafft Sicherheit in einer komplexen ethischen und gesellschaftlichen Diskussion.“
Weitere aktuelle Tagungsthemen der ANIM 2017, die sich als Bindeglied zwischen Forschung und Praxis der neuromedizinischen Fachrichtungen etabliert hat, sind unter anderem neueste Erkenntnisse zur Interaktion von Gehirn und Immunsystem in der Akutphase des Schlaganfalls und für die Regeneration, aktuelle Studien zur intravenösen Thrombolyse bei unbekanntem Zeitfenster als „Off-Label“ Therapie, die Grauzone der mechanischen Thrombektomie-Indikation sowie neue Forschungsergebnisse in der Neuroinfektiologie und Neuroimmunologie.

Das komplette Tagungsprogramm steht unter www.anim.de zur Verfügung.
Pressevertreter sind herzlich zum Kongress eingeladen, sich über die aktuellen Themen zu informieren und zu berichten. Gern vermitteln wir Ihnen Experten als Interviewpartner!
Akkreditierungen sind über die Tagungshomepage oder direkt über den Pressekontakt möglich.





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