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13-04-17
Jahrbuch Intensivmedizin: Patienten, Angehörige und Betreuende sind untrennbar

Jahrbuch Intensivmedizin: Angehörige sind für IntensivpatientInnen von existentieller Bedeutung und können einen wesentlichen Beitrag zur Genesung leisten. Wie können Angehörige entsprechend in die Intensivpflege integriert werden? Dr. Patrik Heindl (Wien) gibt in seinem Beitrag zum aktuellen Jahrbuch Intensivmedizin 2017 einen Überblick: In erster Linie benötigen Angehörige Information, Beistand, Nähe und Unterstützung.


"Angehörige am Krankenbett sind verunsichert und freuen sich über eine Anleitung, was sie dort tun können bzw. nicht tun dürfen. Das Leben der Angehörigen verändert sich durch den Intensivaufenthalt massiv. Angehörige erzählen über negative Gefühle, wie z.B. Angst und Schuld. Hoffnung ist eine Strategie im Umgang mit der Situation. Sie brauchen jemanden, der ihnen Mut zuspricht und sie stärkt.
 
Wichtig ist aber zu wissen, dass der Grat zwischen notwendigen und ehrlichen Informationen und dem unrealistischen Hoffnungschüren sehr schmal ist. Pflegepersonen sind in diesem heiklen Bedürfnis oft wichtiger als Seelsorger, weil sie meist die PatientInnen und deren Situation besser kennen."
 
Heindl empfiehlt für jeden einzelnen Patienten die Führung eines Tagebuchs, in das Pflegende und Angehörige täglich Ereignisse und Emotionen eintragen. "Angehörige brauchen die Gewissheit, dass die PatientInnen gut versorgt werden. Durch die Einträge der Pflegenden in das Tagebuch sehen Angehörige, dass PatientInnen menschlich behandelt und als Persönlichkeit wahrgenommen werden. Die Angehörigen werden ermutigt, ihre Eindrücke, Geschehnisse von Zuhause, Fotos, Zeichnungen und Gedanken in diesem Tagebuch festzuhalten." Das Intensiv-Tagebuch dient auch dazu, nach der Behandlung die - evtl. traumatischen - Ereignisse gemeinsam mit dem Patienten aufzuarbeiten.
 
Die wichtigste Erkenntnis für Patrik Heindl ist in diesem Zusammenhang, "dass man Patienten, deren Angehörige und das Betreuungsteam nicht trennen kann."





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