News
Stellenmarkt
Firmen
Industrieinformationen
Journale
Bücher
Events
Hotlinks
Newsletter abonnieren
Impressum
Kontakt
Suche


19-01-10
Komasaufen und Designerdrogen: neue Herausforderungen für die Intensivmedizin

Jährlich werden in Deutschland etwa 25.000 Kinder und Jugendliche mit akuter Alkoholintoxikation in Krankenhäusern behandelt. Designerdrogen wie Amphetamine, Ecstasy und Kokain verschärfen die Problematik. Klare Leitlinien zur Diagnose und Therapie der Patientengruppe liegen bisher nicht vor. Daher wird meist "nach Art des Hauses" mit unterschiedlichem Ergebnis behandelt. Über den State of the Art informiert Privatdozent Dr. Georg Baumgarten (Universitätsklinik Bonn) während des 20. Symposiums Intensivmedizin und Intensivpflege in Bremen (17.-19. Februar 2010).

"Gerade nicht an Alkohol gewöhnte Kinder und Jugendliche zeigen einen schnelleren Verlauf der Vergiftung, so dass bei ihnen bereits niedrige Alkoholpegel von zwei Promill zu Symptomen einer schweren Alkoholintoxikation führen können. Dabei bedeuten zunehmende Bewusstseinseintrübungen auch immer einen potentiell lebensbedrohenden Zustand: zentrale Atemdepression und Aspiration durch Verlust der Schutzreflexe stellen hier die größte Gefahr für eine respiratorische Insuffizienz dar," warnt Baumgarten.
 
Die Diagnose ist hochkomplex: Neben Alkohol und Drogen "sind bei unklarem Koma auch andere häufige Ursachen wie Kreislaufschock, Unterzuckerung, Medikamente, primär hirnorganische oder metabolische Ursachen, aber auch Traumata in Erwägung zu ziehen."
 
Die Patienten erschweren häufig die Arbeit der Behandler. "Bei aggressiven, uneinsichtigen Kindern oder Jugendlichen sollte die Überwachung ggfs. unter vorsichtiger Sedierung mit Benzodiazepinen oder Neuroleptika erfolgen. Ein Schädel-CT sollte bei allen fokalneurologisch auffälligen Patienten sowie bei Patienten mit inadäquater Aufwachreaktion erfolgen."
 
Nach Drogenkonsum beobachtet Baumgarten häufig eine "Tendenz zur Selbstüberschätzung, illusionären Verkennung, Agitationen und Panikattacken. Die Beruhigung sollte durch sog. Talk Down und wenn nötig mit Benzodiazepinen oder bei schweren psychotischen Zuständen mit Haloperidol erfolgen."
 
Das 20. Symposium Intensivmedizin und Intensivpflege Bremen findet vom 17. bis 19. Februar 2010 statt. Unter der wissenschaftlichen Leitung der Professoren Dr. W. Kuckelt und Dr. K. Hankeln sowie der organisatorischen Projektleitung von Kordula Grimm (Messe Bremen) sind bereits jetzt die Folgekongresse in Vorbereitung: 16.-18.02.2011, 22.-24.02.2012, 13.-15.02.2013.



Quellen/Links:

www.intensivmed.de




« Zurück zur News-Übersicht

 
Nach oben © 2003-2010 Pabst Science Publishers