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05-03-10
Intensivstation: Hohes Sterberisiko nach der Entlassung

Die Entlassung aus einer Intensivstation ist bei Senioren keine Garantie für eine erfolgreiche Therapie. Nach einer Kohortenstudie im Amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2010; 303: 849-856) ist vor allem für beatmete Patienten die Sterblichkeit in den drei folgenden Jahren deutlich erhöht.

Die Anästhesiologin Hannah Wunsch vom Columbia University Medical Center in New York City hat die Daten von 35.308 Begünstigten von Medicare, der staatlich finanzierten Krankenversicherung für Senioren ausgewertet, die zwischen 2003 und 2006 aus Intensivstationen entlassen wurden.

In den folgenden Jahren waren 39,5 Prozent verstorben, mehr als doppelt so viele wie in einer Kontrollgruppe gesunder Medicare-Versicherter (14,9 Prozent; Hazard Ratio 2,39). Gegenüber einer zweiten Kontrollgruppe von Patienten, die von Normalstationen entlassen wurden, war die Sterberate nur um 7 Prozent erhöht.

Besonders gefährdet scheinen Patienten zu sein, die auf der Intensivstation mechanisch beatmet wurden. Von ihnen starben mehr als die Hälfte (57,6 Prozent) in den drei Jahren nach der Entlassung gegenüber 32,8 Prozent der anderen (nicht auf Intensivstation) hospitalisierten Patienten (Hazard Ratio 1,56).

Die meisten Todesfälle ereigneten sich in den ersten sechs Monaten nach der Entlassung, weshalb sich für Wunsch die Frage stellt, ob nicht Defizite in der Anschlussbehandlung nach der Entlassung für die hohe Sterblichkeit mitverantwortlich sind.



Quellen/Links:

www.aerzteblatt.de




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