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20-04-18
Neue Technologie soll Wunddiagnostik erleichtern: Deutscher Wundkongress und Bremer Pflegekongress im Mai

Rund 2,7 Millionen Patienten leiden hierzulande an chronischen Wunden. Bis ihre Wunden heilen, vergehen oft Monate oder sogar Jahre. Ein innovatives Bildgebungsverfahren soll nun dabei helfen, den Heilungsprozess zu verkürzen. Das sogenannte Hyperspektral-Imaging (HSI) soll es Ärzten ermöglichen, Wunden innerhalb weniger Sekunden zu dokumentieren und Aussagen zur Durchblutung der Wunde sowie zu Behandlungen zu treffen. Wie die Technologie funktioniert, erfahren Teilnehmer beim Deutschen Wundkongress (DEWU) in der Messe Bremen und im Congress Centrum Bremen. Von Mittwoch bis Freitag, 16. bis 18. Mai 2018, treffen sich dort sowie beim zeitgleichen Bremer Pflegekongress rund 4.800 Pflegende, Mediziner und Mitarbeiter aus der Gesundheitsbranche.

Obwohl verschiedenste Bildgebungsverfahren zur Diagnostik der Mikrozirkulation, also der Durchblutung kleinster Blutgefäße, zur Verfügung stehen, habe sich keines der Verfahren in der klinischen Routinediagnostik durchgesetzt, meint Dr. Georg Daeschlein von der Hautklinik der Universitätsmedizin Greifswald. Dies liege unter anderem an der mangelnden Darstellbarkeit größerer Wundflächen. Darum ließen sich Bilder nicht einfach genug auswerten.

Die Hyperspektraltechnologie scheint dieses und andere Probleme zu lösen. Die hyperspektralen Bilder kombinieren räumliche und chemische Daten. Auf diese Weise geben sie präzisen Aufschluss über wundspezifische Merkmale. So könnten laut Dr. Daeschlein Aussagen zur Sauerstoffversorgung wie zur Ödemverteilung in den verschiedenen Wundregionen auch im Therapieverlauf getroffen werden.

Insgesamt 140 Sitzungen und Workshops stehen auf dem dreitägigen Plan des Doppelkongresses. Neu im Programm des 12. DEWU sind die Sitzungen zur Grundlagenforschung in der Wundbehandlung. Ein Highlight sind die interaktiven Sitzungen mit TED-Abstimmung. Experten stellen hier verschiedene Fälle und Behandlungsmethoden vor und lassen die Teilnehmer über das effiziente Wundmanagement entscheiden. „Es ist erstaunlich, wie heterogen die Abstimmungen sind – trotz des einheitlich hohen Bildungsstandes der Teilnehmer“, sagt Veronika Gerber, erste Vorsitzende der Initiative Chronische Wunden e.V. „Das zeigt aber auch, wie schwierig es ist, gewisse Standards für ein Wundmanagement festzulegen.“

Beim 13. Bremer Pflegekongress dreht sich alles um das Thema „Herausforderung Fremdsein“. „Fremdsein wird oft mit Menschen aus anderen Ländern oder Kulturen assoziiert“, sagt Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck von der Universität Bremen. „Es ist aber ein zentrales Phänomen, das jede Pflege- oder Arbeitsbeziehung betreffen kann.“ So könnten gleichgeschlechtliche Paare, Menschen mit psychischen Erkrankungen oder selbst die Kollegin als „fremd“ empfunden werden.

In den Sitzungen geht es etwa darum, wie geflüchtete Menschen mit einer Berufsausbildung Zugang zu den Pflegeberufen erhalten könnten oder wie Beratungsangebote für Menschen mit Migrationshintergrund optimiert werden können. Darüber hinaus greift der Pflegekongress aktuelle berufspolitische Themen auf, so die Reform der Pflegeausbildung oder Initiativen, deren Ziel es ist, eine ausreichende Personaldecke sicherzustellen.


Eine begleitende Fachausstellung mit über 100 Ausstellern rundet das Kongressduo ab. Der Doppelkongress ermöglicht den Erwerb von Fortbildungspunkten und kann zu einem Preis besucht werden. Die Registrierung ist online möglich.





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