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20-04-18
Lebensbedrohliche Kohlenmonoxid-Vergiftung: einfach diagnostizierbar - trotzdem häufig unerkannt

Intensiv- und Notfallbehandlung: Kohlenmonoxid-Vergiftungen (CO) nehmen in Deutschland zu. Kohlenmonoxid ist weder an einem Geschmack, noch an einer Farbe oder einem Geruch erkennbar. Daher bleiben CO-Intoxikationen oft - auch von Ärzten - unerkannt. Die Charakterisierung als "Silent Killer" kennzeichnet das extreme Gefahrenpotential. Professor Dr. Stefan Schröder (Düren) und Kollegen bieten in einer speziellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Intensiv- und Notbehandlung" ausführliche Übersichten über die gesamte Diagnostik und Therapie - sowohl in der Präklinik als auch in der Klinik.


"Das Erscheinungsbild einer CO-Intoxikation ist sehr variabel und unspezifisch. Kein Symptom alleine ist spezifisch. Am häufigsten berichten Patienten oder deren Angehörige über Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit, starke Müdigkeit, Brustschmerz, Atemnot und Bewusstseinsverlust. Seltener kommt es zu einem Krampfanfall.

Die akuten toxischen Wirkungen von CO betreffen vor allem das hämatologische System, das Myocard und das Gehirn. Ein Patient mit einer schweren CO-Intoxikation benötigt deshalb eine möglichst frühzeitige Therapie mit reinem Sauerstoff, um die Elimination des CO aus dem Körper zu beschleunigen. Die normo- und hyperbare Sauerstofftherapie sind etablierte Verfahren der Notfallversorgung", fasst Stefan Schröder die Message zusammen.

Unsachgemäßer Umgang mit Kaminöfen und Gasthermen, technische Defekte von Heizungsanlagen, Grills, Suizidversuche, Sisha-Konsum sind die häufigsten Vergiftungsursachen. Relativ unbekannt sind andere Ursachen - z.B.: In Holzpellet-Lagern können - vor allem frische - Holzfasern große CO-Mengen ausgasen un Arbeiter in der Halle vergiften.

Bei auch nur geringem Vergiftungsverdacht ist eine Diagnostik indiziert. "Heutzutage sind die nicht invasiven pulsoxymetrischen CO-Messgeräte eine gute Möglichkeit, die Identifizierung und Triagierung der Patienten problemlos, schnell und kostengünstig durchzuführen. Der aktuelle Goldstandard für den klinischen Nachweis von COHb ist die Photospektrometrie. Mit dieser Methode arbeiten die meisten Blutgasanalysegeräte. Da in vielen Fällen in der Notaufnahme zumindest eine venöse Blutgasanalyse durchgeführt wird und hiermit auch zuverlässig eine COHb-Bestimmung erfolgen kann, ist die Vorhaltung von Blutgasanalysatoren mit COHb-Messung der erforderliche Standard in jeder Notaufnahme", fordert Dr. Susanne Betz (Marburg) in "Intensiv- und Notbehandlung".

Intensiv- und Notfallbehandlung 4/2017. www.dustri.de
  





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