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11-05-18
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Illegaler Organhandel: mehr Angebote als Nachfrage

Der illegale internationale Organhandel nimmt tendenziell zu. Die Schätzungen des Profits schwanken zwischen jährlich 600 Millionen und 1,2 Milliarden US-Dollar. Die Flüchtlingswellen haben es den Brokern leichter gemacht, zu niedrigeren Preisen und ungünstigeren Konditionen Organspender zu gewinnen. Daher ist das Angebot größer als die Nachfrage, berichtet das "HOTT-Project" in seiner Dokumentation "Trafficking in Human Beings for the Purpose of Organ Removal". Der niedrigere "Einkaufspreis" führt allerdings nicht zu einer Senkung des "Verkaufspreises"


Immer häufiger sprechen Spendewillige in den involvierten Kliniken mit einem Angebot vor. Meist handelt es sich um Privatspitäler, in Einzelfällen um staatliche Kliniken. In Bulgarien und Südafrika wurden Kliniksverantwortliche wegen Organhandels verurteilt. Zunehmend fungieren die Chirurgen auch persönlich als Broker und geben den Empfängern ein leicht höheres Salär als bei den professionellen Brokern üblich. Alle Berichte laufen darauf hinaus, dass der Broker die höchsten Einnahmen aller Beteiligten kassiert.

 

Allerdings hat er auch häufig hohe Kosten; er muss einige Staatsbedienstete am Business beteiligen. Beispielsweise floriert der Organhandel in Pakistan nur deshalb exzessiv, weil zuständige Staatsbedienstete kräftig "geschmiert" werden. Die Dokumentation berichtet u.a. über einen israelischen Broker: "Wenn Moshe in Istambul landete, wurde keiner seiner Kunden kontrolliert, niemand musste einen Passport vorzeigen, alles war geklärt, auch die Führungsschicht der Sicherheitskräfte war involviert."  Die mafiosen Systeme reichen tief in die staatlichen Strukturen hinein.

 

Die Zahlungen an den Spender sind meist minimal; in Indien, Pakistan, Bangladesh, Columbien und auf den Philippinen werden Beträge zwischen ein- und zweitausend US Dollar für eine Niere oder eine Leberhälfte gezahlt. Spender aus Brasilien, Israel und der Türkei wurden in Ausnahmefällen mit 7.000 bis 20.000 Dollar entlohnt. Die Preise für den Patienten liegen - gesamte Klinikkosten eingeschlossen - wesentlich höher: zwischen 20.000 und 75.000 US-Dollar. Die Preise in Pakistan und angrenzenden Staaten sind - soweit bekannt - die niedrigsten, in China die höchsten.

 

"HOTT-Project" zeichnet en detail die Strukturen des illegalen Organhandels nach und entwickelt realistische Vorschläge, wie ihm zu begegnen wäre.

 






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