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29-07-18
Die Menschen werden immer älter – und das Risiko einer epidemischen Katastrophe steigt

„Demografische Prozesse beeinflussen das Krankheitsgeschehen - und umgekehrt.“ Die Wechselwirkungen von Gesundheit, Krankheit und Bevölkerungsentwicklung beschreibt Enno Nowossadeck (Robert Koch Institut) in seinem Beitrag zum Sammelband „Wandel der Gesundheits- und Krankheitsvorstellungen“ (hrsg. von E. Brähler, H.-W. Hoefert und D. Klotter).

 

Ein Blick in die Historie: Der Pestausbruch im 14. Jahrhundert löschte ein Drittel der europäischen Bevölkerung aus; die „Spanischen Grippe“ forderte am Anfang des 20. Jahrhunderts mehr Todesopfer als der 1. Weltkrieg.


Durch bessere Hygiene und verbesserte Trinkwasser- und Abwasserversorgung begann im 19. Jahrhundert die Lebenserwartung zu steigen. Die Menschen starben nunmehr seltener an Infektionskrankheiten – und lebten länger.

Die demografische Entwicklung zeigte Folgen für das Krankheitsgeschehen: Chronische Krankheiten, die in der Regel erst im höheren Lebensalter auftreten, wurden häufiger – zusätzlich stellen heute neurodegenerative Leiden (z.B. Demenz) Forschung und Gesundheitsversorgung vor neue Herausforderungen.

Zuletzt hat sich das Krankheitsspektrum erneut verändert: Vor allem ischämische Herzkrankheiten, Schlaganfälle und einige Krebserkrankungen wurden behandelbar und enden meist erst verzögert tödlich; die Lebenserwartung ist allein durch diese Entwicklung weiter messbar gestiegen. Die andere Seite der „Medaille“ der verzögerten Sterblichkeit wird am Beispiel der Herzkrankheiten deutlich: Die Krankenhauszahlen zur Behandlung der Herzinsuffizienz steigen deutlich, in vielen Ländern der westlichen Welt verbreitet sich die Herzinsuffizienz immer stärker – die Folgen sind hohe Belastungen für die Menschen selbst sowie für das Gesundheitssystem.

Nowossadek warnt davor, das Risiko epidemischer Katastrophen zu unterschätzen: Allein in Deutschland starben im Winter 2012/2013 etwa 25.000 Menschen an einer normalen Influenza. Ausbrüche übertragbarer Krankheiten auch „am anderen Ende der Welt“ können in Europa Katastrophen auslösen. „Hatte sich der ´schwarze Tod´ im 14. Jahrhundert mit bis zu fünf Kilometern pro Tag ausgebreitet, können Krankheitserreger heute in wenigen Stunden andere Kontinente erreichen ...“

 

Enno Nowossadeck (2018). Veränderungen des Krankheitsspektrums und demografischer Wandel.

In E. Brähler, H.-W. Hoefert & C. Klotter (Hrsg.), Wandel der Gesundheits- und Krankheitsvorstellungen (S. 57–67).

Lengerich: Pabst Science Publishers. 324 Seiten. Paperback ISBN 978-3-95853-296-0, e-Book ISBN 978-3-95853-297-7.  





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