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Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO erkranken weltweit jährlich mindestens 300 Millionen Menschen an akuter Malaria. 90 Prozent aller Fälle treten in Afrika auf, eine Million Menschen sterben daran1. Die Resistenz gegenüber Chloroquin - dem am breitesten eingesetzten Medikament - verursacht dort erhebliche Probleme. Das Unternehmen GlaxoSmithKline hat nun speziell zum Einsatz im subsaharischen Afrika mit LapdapTM ein neues und besonders kostengünstiges Medikament eingeführt, von dem sich Experten einen drastischen Rückgang der Malariaopfer erhoffen.
Afrika ist besonders schwer von Malaria betroffen, da die meisten Fälle in Ländern südlich der Sahara durch den gefährlichsten Erreger, Plasmodium falciparum, verursacht werden. Gefährdet sind vor allem Kinder: Malaria in Afrika ist die häufigste Todesursache bei unter Fünfjährigen1. In Ländern mit hohen Übertragungsraten verschlingt die Krankheit etwa 40 Prozent der öffentlichen Gesundheitskosten, was die wirtschaftliche Entwicklung ganzer Regionen beeinträchtigen kann. Aufgrund der hohen Resistenzraten gegenüber Chloroquin und zunehmend auch Sulfadoxin/Pyrimethamin müssen immer mehr Länder auf teurere Medikamente umsteigen, deren Kosten pro Behandlungsreihe sich nach Angaben von BBC-Online auf bis zu 46 Euro belaufen2. Bei dem neuen Präparat LapdapTM betragen sie dagegen nur 26 Cent für Erwachsene und 13 Cent für Kinder.
LapdapTM, ein Kombinationspräparat der zwei bekannten Wirkstoffe Chlorproguanil und Dapson, eignet sich zur Behandlung der akuten Malaria bei Erwachsenen und Kindern über 5 kg Körpergewicht. Daten aus dem klinischen Phase III-Prüfprogramm in subsaharischen Ländern belegen für LapdapTM signifikant höhere Heilungsraten (96 Prozent) im Vergleich mit Sulfadoxin/Pyrimethamin (89 Prozent; p<0,001). "LapdapTM kann uns helfen, den dringenden Bedarf nach einer erschwinglichen Anti-Malaria-Behandlung zum Einsatz in Afrika zu decken, nachdem es sich in Fällen als wirksam erwiesen hat, in denen Sulfadoxin/Pyrimethamin versagte"; so der maßgeblich an der Entwicklung beteiligte Prof. Peter Winstanley, London. Die kurze Halbwertszeit von LapdapTM reduziert den Selektionsdruck auf den Erreger und damit die Gefahr der Resistenzentwicklung.
Der Zulassung von LapdapTM durch die britische Behörde "Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency" (MHRA) am 28. Juli dieses Jahres folgten bis Ende August neun afrikanische Länder. Das Unternehmen GlaxoSmithKline wird nach der Einführung auch weiter mit der WHO sowie seinen anderen Partnern und lokalen Gesundheitsexperten kooperieren, um den sachgemäßen, sicheren und möglichst effektiven Einsatz von LapdapTM zu gewährleisten.
Entwickelt wurde LapdapTM in privat-öffentlicher Kooperation des Unternehmens GlaxoSmithKline u.a. mit der WHO und dem "UK Department for International Development", die die Kosten in Höhe von etwa fünf Millionen Euro gemeinsam trugen. Um die Wirksamkeit der Malariabehandlung weiter zu erhöhen und die Resistenz zu reduzieren, empfiehlt die WHO, Anti-Malariamittel mit Artemisinin zu kombinieren. Eine solche fixe Kombination von Chlorproguanil/Dapson plus Artemisinin befindet sich bereits in der Entwicklung.
Bildmaterial finden Sie unter www.glaxosmithkline.de unter Pharma
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