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Muslimische Pilger nach Mekka und Medina benötigen Impfschutz

München, 18. November 2003

Muslimische Pilger nach Mekka und Medina benötigen Impfschutz durch

tetravalenten Meningokokken-Impfstoff

 

Jedes Jahr begeben sich mehr als zwei Millionen Muslime aus aller Welt auf

die Pilgerfahrt nach Mekka und Medina. Im Zusammenhang mit diesem so

genannten Hadj (Hadsch) traten dabei in der Vergangenheit mehrfach

Meningokokken-Epidemien auf, weshalb Pilger seit längerem einen

entsprechenden Impfschutz nachweisen müssen. Nach Impfung mit einem der häufig verwendeten Meningokokken-AC-Impfstoffe wird ihnen aber inzwischen die Einreise nach Saudi-Arabien verweigert. Der Grund: Bei einem Ausbruch im Jahre 2000 kam es zu mehreren Hundert Meningokokken-Infektionen überwiegend durch Erreger der Serogruppe W135. Entsprechend den aktuellen Einreisebedingungen1) müssen nun alle Pilger den Nachweis einer Meningokokken-Impfung durch einen tetravalenten Impfstoff vorlegen, was in Deutschland z.B. mit dem Impfstoff Mencevax®ACWY möglich ist. Hierüber sollten Ärzte potenzielle Besucher der Heiligen Stätten rechtzeitig zu

Beginn des nächsten Hadj - er wird voraussichtlich vom 23. Januar bis 20.

Februar 2004 stattfinden - in ihrer Praxis informieren.

 

Die Immunisierung muss bis zehn Tage vor der Einreise erfolgen und ist alle

drei Jahre aufzufrischen. Sie schützt jedoch nur den Pilger selbst und

verhindert nicht die Übertragung des Erregers auf Kontaktpersonen. Dies

belegt eine 2001 durchgeführte Studie2), bei der 204 geimpfte Hadj-Pilger

nach ihrer Rückkehr untersucht wurden. Bei 29 von ihnen waren Meningokokken im Rachenabstrich nachweisbar, darunter am häufigsten die Serogruppe W135; 26 Pilger waren Träger eines einzigen Klons der Serogruppe W135. Diesen hatten sechs der 26 Träger auf Personen im Haushalt übertragen und sie damit dem Risiko einer invasiven Meningokokken-Infektion ausgesetzt. Nach Meinung der Autoren sollte die Impfung mit einem tetravalenten Impfstoff deshalb auch bei Kontaktpersonen erwogen werden.

 

1) (http://www.moh.gov.sa/html/health_cond_eng.html)

2) Wilder-Smith et al. (2002) BMJ 325: 365-366

(http://bmj.bmjjournals.com/cgi/content/full/325/7360/365)

 

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