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München, 02. Dezember 2003
Studie zur Kombinationstherapie unter Alltagsbedingungen
Asthma: Salmeterol und Fluticason am besten gemeinsam
Welche medikamentöse Therapie ist bei leichtem bis mittelschwerem Asthma bronchiale zu empfehlen – nicht nur in einem eng definierten Studiendesign, sondern unter Alltagsbedingungen? Bo Lundbäck und seine Kollegen aus Schweden sind der Frage nachgegangen. Das Ergebnis wurde auf dem diesjährigen ERS-Kongress präsentiert: Besonders gute Behandlungsergebnisse erzielt die Kombinationstherapie aus dem inhalativen Steroid Fluticason und dem lang wirksamen ß2-Sympathomimetikum Salmeterol.
Die Ergebnisse aus kontrollierten klinischen Studien lassen sich nicht immer eins zu eins auf den ärztlichen Alltag übertragen. So ist es unter Studienbedingungen meistens nicht vorgesehen, die Medikation dem Krankheitsverlauf der Patienten anzupassen. In der täglichen Praxis ist diese Anpassung aber notwendig. Um die Wirksamkeit verschiedener medikamentöser Asthmatherapien auch im Patientenalltag beurteilen zu können, haben schwedische Wissenschaftler um Bo Lundbäck aus Stockholm deshalb die „Real World“-Studie durchgeführt. Die Forscher konnten zeigen, dass eine inhalative Therapie, die Steroide und lang wirksamen ß2-Sympathomimetika fest miteinander kombiniert, deutliche Vorteile bietet. Gegenüber der Behandlung mit nur einem der beiden Wirkstoffe wird auch im normalen täglichen Leben eine wesentlich bessere Asthmakontrolle erreicht. „Die Kombinationstherapie ist zur Kontrolle von Asthmasymptomen das effektivere Therapieverfahren. Bisher müssen Asthmatiker mit einem gewissen Ausmaß an Beschwerden leben. Unsere Studie hat jetzt gezeigt, dass wir die Asthmakontrolle bei den meisten Patienten verbessern können, wenn wir die Krankheit engmaschig überwachen und adäquat behandeln“, kommentierte Studienleiter Lundbäck.
Vorteile der Kombination zeichnen sich schnell ab
Die schwedische Studie lief über drei Jahre. Sie umfasste 282 Teilnehmer mit leichtem bis mittelschwerem Asthma bronchiale im Alter von 18 bis 70 Jahren. Die Patienten wurden zu Beginn der Untersuchung gleichmäßig auf drei Gruppen verteilt. Die erste erhielt als Therapie 250 mg Fluticason, die zweite 50 mg Salmeterol – jeweils zweimal täglich verabreicht – und die dritte das Kombinationspräparat aus den beiden Wirkstoffen (Viani®) in derselben Dosierung. Alle Studienteilnehmer inhalierten die Medikamente zunächst ein Jahr lang. Diese Studienphase verlief doppelblind. Die Ergebnisse der Behandlung zeigten eine signifikante Überlegenheit der Kombinationstherapie gegenüber den Einzelsubstanzen. Die Patienten in dieser Gruppe hatten weniger Exazerbationen, eine größere Zunahme der Lungenfunktion sowie eine stärkere Reduktion der bronchialen Hyperreagibilität im Vergleich zu den Patienten, die mit den Einzelsubstanzen behandelt wurden.
Häufiger Wechsel der Medikation zur Kombinationstherapie
Ab dem zweiten Studienjahr passten die Ärzte die medikamentöse Therapie der Studienteilnehmer wie im Praxisalltag dem individuellen Krankheitsverlauf an. PatientenHäufiger Wechsel der Medikation zur KombinationstherapieAb dem zweiten Studienjahr passten die Ärzte die medikamentöse Therapie der Studienteilnehmer wie im Praxisalltag dem individuellen Krankheitsverlauf an. Patienten, deren Erkrankung mit der initialen Behandlung nicht unter Kontrolle war, wurden auf eine der beiden anderen Studienmedikationen umgestellt. Außerdem war es sowohl bei der Fluticason-Mono- als auch bei der Kombinationstherapie möglich, die Dosis des inhalativen Steroids zu verändern. Unter diesen Bedingungen lief die Untersuchung im offenen Design über weitere zwei Jahre. 81 Prozent der eingeschlossenen Patienten beendeten die Studie. 73 Prozent der Patienten wurden schließlich mit der Kombination aus Fluticason und Salmeterol behandelt – gegenüber etwa 32 Prozent zu Beginn der Studie. Fluticason allein erhielten nur noch 21 Prozent der Probanden (minus 12 Prozent) und ausschließlich Salmeterol sogar nur noch fünf Prozent (minus 28 Prozent). Die Anwendung des Kombinationspräparates erzielte wesentlich häufiger eine gute Asthmakontrolle als die beiden Einzelsubstanzen. Viani® kam am häufigsten in der Dosierung mit 250 mg Fluticason zum Einsatz. Die Darreichungsformen mit 100 beziehungsweise 500 mg des Steroids machten es aber möglich, die Therapie in Abhängigkeit von der Schwere der Symptomatik zu intensivieren oder abzuschwächen.
Fazit der „Real World“-Studie: Mit einem Kombinationspräparat aus inhalativem Steroid und lang wirksamem ß2-Sympathomimetikum lässt sich das Asthma deutlich besser kontrollieren.
Quelle:Lunbäck et al, ERS 2003 “Long term clinical management with salmeterol/fluticasone combination, fluticasone and salmeterol in a real life study.“
Professor Bo Lundbäck ist Leiter der Abteilung für Lungen- und Allergieforschung am Karolinska Institut in Stockholm.
Die feste Kombination aus Salmeterol und Fluticason (Viani®) ist zugelassen zur Asthmatherapie von Erwachsenen und von Kindern ab vier Jahren, bei denen eine Behandlung mit lang wirksamen Beta2-Mimetika und inhalativen Kortikoiden indiziert ist. Seit kurzem ist Viani forte® auch für die Behandlung der schweren COPD mit wiederholten Exazerbationen, die trotz regelmäßiger bronchienerweiternder Therapie signifikante Symptome aufweisen, zugelassen.
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