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Kampf den Keimen

Wie Pneumonien im Krankenhaus reduziert werden können

 

Unter dem Leitmotiv »Kampf den Keimen« stand die Produktpräsentation von Tyco Healtcare beim 16. Symposium für Intensivmedizin + Intensivpflege in Bremen. Parallel dazu veranstaltete das weltweit führende Medizintechnikunternehmen aus Neustadt/Donau ein hochkarätig besetztes Satellitensymposium zum gleichen Thema.

 

Moderiert durch die Professoren Klaus Hankeln (Klinikum Bremen-Nord) und Hans Kamp (Klinikum Bremen-Mitte) wurde die Problematik der nosokomialen Pneumonien sowohl aus ärztlicher, als auch aus pflegerischer Sicht eingehend beleuchtet und diskutiert.

 

Überblick der KISS Datenlage

Prof. Petra Gastmeier, Medizinische Hochschule Hannover, stellte dem Publikum von weit über 100 interessierten Zuhörern die aktuellsten Daten der Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (KISS) vor. Besonders hervorzuheben war die Erkenntnis, dass das Auftreten nosokomialer Pneumonien im Durchschnitt zu einer erhöhten Verweildauer von 5,2 Krankenhaustagen führt. Einer Studie aus USA (Sufdar et al, Crit. Care Med. (2005) 33:2184) zufolge ist dies gleichbedeutend mit Mehrkosten in Höhe von etwa 10.000 USD pro Patient. In Zeiten der Fallpauschalen eine ganz enorme finanzielle Belastung für den Krankenhausbereich. Nosokomiale Infektionen stellen für jede medizinische Einrichtung ein hohes wirtschaftliches Risiko dar.

 

In Bezug auf die Risikoeinschätzung und –minimierung und in Anlehnung an die CDC-Guidelines wurden von Prof. Gastmeier die folgenden Präventionsmaßnahmen bewertet. 195 von 300 Anwendern in Deutschland praktizieren heute bereits die »Nicht invasive Beatmungsform« (NIV) mit dem Ergebnis einer signifikant reduzierten Pneumonierate. Die halbaufrechte (30-45°) Körperlagerung, die ebenfalls nachweislich das Infektionsrisiko mindert, führen 82% der Anwender durch. Positiv im Sinne einer Infektionsreduktion bewertet die KISS Studie auch die subglottische Absaugung (Kat. II, CDC). Ein Schlauchwechsel ist frühestens nach sieben Tagen oder noch besser, am besten gar nicht am selben Patienten durchzuführen.

 

Über den Ursprung der Pneumonien lässt sich nach heutigem Kenntnisstand sagen, dass mindestens 15% der nosokomialen Infektionen auf sogenannte Transmissionen, also auf extrinsische Keime zurückzuführen sind.

 

Keinesfalls zu vernachlässigen ist die Erkenntnis, dass bereits die Teilnahme an dem KISS-Verfahren ein hohes Maß an Bewusstsein um die Pneumonie schafft. Schon alleine die intensive Führung und Kontrolle der KISS-Daten trägt dazu bei, dien Fallzahlen der Pneumonien zu reduzieren.

 

Aspiration und Befeuchtung

Das Thema der stillen Aspiration rückt heute wieder verstärkt in den Mittelpunkt des Tubusmanagements. Bernd Gruber, Pflegefachkraft am Klinikum Osnabrück, referierte sehr anschaulich die theoretischen und praktischen Ansätze. So finden zwei Drittel der Aspirationen intrinsisch und ein Drittel extrinsisch statt. Durch verschiedene neue Systeme für die subglottische Absaugung ist es heute möglich, das Risiko in dieser »Jammerecke« um ein Vielfaches zu reduzieren.

 

Beim Thema »Aktive vs. Passive Befeuchtung« bestand ein hoher Diskussionsbedarf, der wohl auch die aktuellen Veränderungen im deutschen Markt reflektiert. Auf Basis der physiologischen Grundlagen der Atemgasklimatisierung und deren enormen Bedeutung, referierte Norbert Schwabbauer (Universitätsklinikum Tübingen) über diese Thematik. Der Trend liegt aktuell ganz klar auf Seiten der Passivbefeuchtung mittels verschiedener HME bzw. F/HME –Anwendungen (mehr als 90% aller Anwendungen). Die Indikationen für die Aktivbefeuchtung wurden im Rahmen des Symposiums klar umrissen. Sie  ist geeignet für hypotherme, COPD-, ARDS - und NIV-Patienten. Aber auch Patienten mit blutigem und mukösem Sekret sind mit einer Aktivbefeuchtung besser versorgt. Einhelliges Fazit war, dass die Anwender vor Ort die klare Indikation für die jeweilige Atemgasklimatisierung stellen müssen. Nur so kann für jeden Patienten das bestmögliche Outcome erzielt werden.

 

Passive Befeuchtung ist Standard

Das gleiche Thema, jedoch verstärkt aus dem Blickwinkel der Prophylaxe beleuchtete Prof. Jörg Rathgeber vom Albertinen-Krankenhaus in Hamburg. Auch bei diesem Vortrag wurde deutlich, dass die Aktivbefeuchtung zwar bei individuellen Indikationsstellungen weiterhin Ihre Berechtigung hat, dass passive Befeuchtung und der Einsatz von F/HME und HME aber aus medizinischen und hygienischen Gründen den Regelfall darstellt. Nicht zuletzt auch deshalb, weil damit ein geringerer pflegerischer und wirtschaftlicher Aufwand erforderlich ist.

 

Konzepte und Produkte Hand in Hand

Passend zur Thematik des Satellitensymposiums wurde der Fokus bei der Produktpräsentation auf dem Messestand von Tyco healthcare gelegt. Eine optimale Strategie im Kampf gegen die nosokomialen Pneumonien bietet die Anwendung »Geschlossener Systeme«. Die Erkenntnis, dass weniger Konnektion zu weniger Kontaminationen führt, wurde bereits von den US-Medizinern Kollef und Hess belegt.

Mit Ty-Care™  zur geschlossenen endotracheale Absaugung, Hygroster™ Mini (Filter/HME zur Atemgasbefeuchtung) und SealGuard™ (Tracheostomie) standen drei Produkte im Mittelpunkt, die durch Design und Anwendungsoptionen einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion nosokomialer Pneumonien leisten können.

 

Georg Hartinger, Produktmanager

 

 

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