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03.03.2008 | Industrieinformation
Aktuelle Meta-Analyse zum Vergleich suprapubischer versus transurethraler Harnblasenkatheter

Von: Hardy-Thorsten Panknin, Bernd Reith

Problemstellung: Eine häufige Folge dauerhafter transurethraler Harnableitungen sind aufsteigende Infektionen wie Urethritis, Zystitis und Pyelonephritis. Da ein regelmäßiger Wechsel des transurethralen Katheters in verschiedenen Studien keine Reduktion derartiger Infektionsereignisse bewirkte, wird heute in den meisten Leitlinien empfohlen, den transurethralen Katheter nicht mehr nach festen Intervallen, sondern nur bei Obstruktion oder Verschmutzung zu wechseln. Da der größte Teil der Infektionen durch ein Aufsteigen der Erreger vom Harnröhrenmeatus im Sekret entlang der Außenseite des Katheters und der Harnröhrenschleimhaut in die Harnblase entsteht, empfiehlt das Robert-Koch-Institut in seiner Richtlinie zum Umgang mit Harnwegskathetern, bei einer absehbaren Katheterliegedauer von  5 Tagen nach Möglichkeit einen suprapubischen Blasenkatheter. Dieser Empfehlung lag die Auffassung zugrunde, dass die Eintrittsstelle eines suprapubischen Katheters, welcher die Harnröhre umgeht, optimal sauber gehalten werden kann und der Katheter selbst durch eine Entlangführung an der seitlichen Bauchwand nicht mit der kontaminierten Perinealregion in Kontakt kommt. Ob tatsächlich unter einer suprapubischen Katheterisierung geringere Raten von Harnwegsinfektionen auftreten, wurde seit längerer Zeit nicht mehr untersucht. Um so begrüßenswerter ist die aktuelle Meta-Analyse von McPhail und Mitarbeitern aus dem British Journal of Surgery (2006), die dieser Frage anhand einer Bewertung von publizierten Studien nachgeht. Die Autoren, selbst Chirurgen aus einem großen Allgemeinkrankenhaus in Southampton, England, betrachteten die Fragestellung allerdings ausschließlich aus dem Blickwinkel der Allgemeinchirurgie.

 

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